Bootsschule Regensburg

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Inhaber: Hans Sakowski  Kurt-Schumacher-Str. 23, 93049 Regensburg , Tel. 0941 89 21 94

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aktualisiert am 12.11.2010

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Törnbericht Rainer T. - Kroatien 2007
Revier: Kroatien Yacht  Hanse 400
Basis: Sukosan/Zadar Charterfirma: ASTA-Yachting

 (für den Bericht übernimmt die Bootsschule Regensburg keinerlei Überprüfung und Haftung. Es ist ein rein individueller Report aus der Sicht des Kunden W.K.)

Hallo Hans,

 

wie besprochen, sende ich dir gerne einen Bericht über die Hanse 400. Eines gleich vorweg, ich bin ganz schön enttäuscht über die „Jacht des Jahres 06“ und über die „Deutsche Wertarbeit“. Den Bericht habe ich in 4 Teile unterteilt und versucht, ihn so objektiv wie irgend möglich zu gestalten.

 

Teil 1: Segeleigenschaften:

 

Diese Jacht hat eine Selbstwendefock und ist somit bequem unter Amwindkurs zu segeln. Das Flattern des Achterlieks konnten wir nur durch ein zusätzliches Bändsel zur Spannung des Achterlieks verhindern. Zusätzlich haben wir die Schot ganz nach oben im Schothorn angeschlagen. Die Jacht läuft dabei recht gut, wenn auch nicht mit der optimalen Höhe. Bei Halb- sowie Raumwindkursen läuft die Jacht sehr gut. Bei Vorwindkursen läst sich die Genua nicht weit genug fieren. Also haben wir eine Festmacheleine benutzt um die Genuaschot auf die ganz normale Art und Weise zu führen. Die Schienen für die Holepunktverstellung sind nicht mit Leinen verstellbar und etwas zu kurz. Ansonsten brauch die Jacht mindesten 10 Knoten Wind um ins Laufen zu geraten.

 

Teil 2: Bedienung der Yacht unter Segel

 

Um das Groß setzen zu können, braucht man Bullenkräfte an der Winsch oder man begibt sich zum Mast und zieht das Groß mit den Händen hoch. Genau so verhält es sich mit der Genuaschot. Alleine um die Genua zu setzen benötigt man unbedingt die Winschkurbel. Selbst bei Leichwind ist es nicht möglich die Schot mit den Händen zu bedienen. Den Unterliekstrecker unter Winddruck zu bedienen war fast unmöglich. Entweder haben wir den Segeltrimm vor dem Setzen oder im Wind durchgeführt. All das hat uns dazu gebracht, den Deckel zur Schotabdeckung auf dem Deck zu öffnen. Da wir keinen Schaden entdecken konnten mussten wir eine Woche Schwerstarbeit verrichten. Bei 4 Bft hätten wir gerne das Achterliek vom Groß besser Spannen wollen. Also fierten wir die Dirk und setzten den Baumniederholer und die Großschot durch. Das Ergebnis war, das sich der Baum nach oben bog und das Achterliek vom Groß immer noch nicht genug gespannt war. Selbst den Riggtrimm haben wir bei dieser Aktion ins Auge gefasst und das Achterstag entspannt. Die Wanten wollten wir nicht auch noch verstellen, um die gewaltige Vorspannung des Mastes nach achtern zu verändern. Um die Winschen rechts und links vom Niedergang bedienen zu können musste unbedingt die Sprayhood unten sein. Die Travellerleinen werden wie üblich mit Curryklemmen belegt. Diese geben bei 4-5 Bft und etwas Welle die Leinen wieder frei.

 

Teil 3: Fehler auf Deck

 

Die Fußreling ist zu niedrig und zu schwach ausgelegt. Eine Klüse am Bug war bereits ausgebrochen und bei Lage bekommt man keinen sicheren Halt. Die windigen Abdeckungen für Plotter, Motorpaneel, Heckdusche und Landanschluss waren nach einigen wenigen Monaten Charter abgerissen. Die Verriegelung der Sitzbank achtern wurde schon mehrfach repariert und war schon wieder defekt.

Um den Plotter ablesen zu können muss man sich bäuchlings hinlegen. Dieser ist genau so wie der Autopilot an der völlig falschen Stelle positioniert. Der Tisch im Cockpit ist arschglatt und hat im offenen Zustand keine Schlingerleisten. Die Tischstütze ist vom Werk viel zu tief fixiert. Selbst ein Korken als Unterlage um den Tisch in die Waagerechte zu bringen, reichte nicht aus, um zu verhindern, das alles vom Tisch rutscht. Der Tisch ist für 6, ja sogar für 4 Leute zu klein. Bei Lage finden Mitsegler mit ihren Füssen im Cockpit keinen Halt. Normal große Segler also Leute bis 1,80m haben keine Sicht nach vorne. Das Cockpit ist viel zu tief, oder der Aufbau viel zu hoch. Es gibt keine 12V Steckdose in der Plicht. Da die Badeleiter viel zu kurz ist, hat man mühe an Bord zu kommen. Während des Segelns auf dem Steuerbordbug reicht die Badeleiter bei leichter Krängung bis ins Wasser. Selbst bei Vorwindkursen und kleiner Welle steht die Badeleiter im Wasser. Beim Ankern fällt auf, das die Kette nicht von alleine in den dafür vorgesehenen Kasten fällt. Alle 2m eingeholter Kette muss der Kettenhaufen unter der Winsch von Hand beseitigt werden. Wenn man, wie gelernt der Kette nachfährt befindet sich die Kette eigentlich immer unter dem Schiff. Außerdem funktioniert die elektrische Ankerwinsch nur unter Maschine. Eine Deckbeleuchtung hat sich die Werft ebenfalls gespart.

 

Teil 4: Fehler unter Deck

 

Die Wasserpumpen sowie die Maschine sind extrem laut. Die Dielen knarren extrem. Der Kühlschrank läuft nur unter Maschine oder Landanschluss. Weiterhin hat der Kühlschrankdeckel kein Scharnier. Dabei ergibt sich bei Lage die frage: „ wohin mit dem Deckel?“  Mit einer Hand sollte man sich festhalten und mit der andern etwas aus dem Kühlschrank holen.

In der Bugkabine gibt es eine Toilette ohne jeglichen Halter für Handtücher und Toilettenpapier. Einen Abfluss für die Bilge sucht man ebenfalls vergeblich. Die Krähennester in der Bugkabine sind zu kurz und wie überall auf dem Schiff sind alle Schlingerleisten zu niedrig. Im Saloon fliegen die Polster bei Lage, weil die Werft vergessen hat, den anderen Teil des Klettbandes aufs Holz zu kleben. Am Navigationstisch findet der Skipper unter 1,80m auf dem Steuerbordbug liegend keinen Halt mehr. Dadurch lässt sich auch erklären, wieso der Salontisch wackelt wie ein Hundeschwanz. Ich selber hatte mich unter demselbigen wieder gefunden. Natürlich hat auch dieser Tisch keinerlei Schlingerleisten. Die Verarbeitung der Möbel lässt auch zu wünschen übrig und kann mit anderen Charterjachten nicht mit halten. So lassen sich einige Schapps nicht verriegeln und bei einem hatte ich den Glasdeckel gleich komplett in der Hand. Das Funkgerät ist beim Segeln dazu verdonnert, seinen Betrieb im stillen Kämmerlein zu verrichten. Soll heißen, dass es im Schrank eingesperrt ist. Eine Rotlichtlampe in der Navigationsecke habe ich auch vermisst.

 

Lieber Hans, diesem Schiff würde ich und jeder andere, der versucht einigermaßen objektiv zu sein die „Silberne Zitrone“ geben. Alles zusammen gerechnet ergeben sich über 37 Negativpunkte. Einige so gravierend, dass wir uns gefragt haben, wie viel Geld geflossen sein muss, um so einen  positiven Bericht in der „Yacht“ erscheinen zu lassen.

 

Ich werde versuchen mit diesem Bericht in die „Yacht“ zu kommen um wenigsten im nachhinein einiges zu berichtigen.

 

Gruß Rainer und Ingrid