Bootsschule Regensburg

DMYV anerkannte Ausbildungsstätte

Inhaber: Hans Sakowski  Kurt-Schumacher-Str. 23, 93049 Regensburg , Tel. 0941 89 21 94

Führerschein
Schnell - INFO

INFO
aktuell

Newsletter

Email

 

DSV

DMYV

Prüfungen

Kurskalender 2010

Kurskalender 2011

Wetter

Regensburg

Adria

Impressum


aktualisiert am 10.10.2010

Ich bin auch per SKYPE erreichbar:
mein skype-name:
hanssakowski download:

Links


free Download



free Download


Messenger
free Download

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- Aufbau und Entstehung
-
Wirbelsturmstärken
-
Vorkommen
-
Tornados
-
Was tun, wenn?

 
  Hurican-1
  Als Wirbelsturm werden nur solche tropischen Stürme bezeichnet, die mindestens eine Windgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen (Dabei beträgt die Zuggeschwindigkeit jedoch nur etwa 10-30 km/h ! ). Je nach Region werden Wirbelstürme unterschiedlich genannt: Im Atlantik und im östlichen Pazifik heißen sie Hurrikan, im westlichen Pazifik Taifun und im Indischen Ozean Zyklon. Große tropische Wirbelstürme erhalten oft Namen, so wie dies bei uns auch mit Hoch- und Tiefdruckgebieten üblich ist.

Aufbau und Entstehung eines tropischen Wirbelsturmes:
Wirbelsturmquerschnitt
Tropische Wirbelstürme entstehen nur über dem Meer, wobei die über dem Wasser erwärmte Luft nach oben steigt. Voraussetzung dafür sind warme Ozeane mit einer Wassertemperatur von mindestens 27 °C. Nur bei hohem Sonnenstand im Sommer kann sich das Wasser stark genug aufheizen, um einen Wirbelsturm zu bilden. Durch die Coriolis-Kraft, die durch die ständige Drehung der Erde entsteht, steigt der Wasserdampf spiralförmig auf. Dieser Dampf trifft in größerer Höhe auf kalte Luft und kondensiert dadurch zu Wolken. Im Laufe dieses Prozesses entstehen gewaltige Gewitterwolken. In der Mitte des Wirbelsturms entsteht (ebenfalls durch die Drehung) ein so genanntes “Auge”, das einen Durchmesser von etwa 10-30 km haben kann und in dem meist Windstille bei wolkenlosem Himmel herrscht.
Hurican-2Für die Stärke des Windes im Wirbelsturm sind zwei Faktoren Ausschlag gebend: zum einen der Durchmesser des Auges selbst und zum anderen die Differenz des Luftdrucks zwischen Auge und seiner Umgebung. Je kleiner das Auge und je größer die Differenz im Luftdruck, desto höher die Windstärke.

  Saffir-Simpson Wirbelsturmtabelle
 
 
Stärke Bezeichnung mittlere Geschwindigkeit
in km/h
mittlere Geschwindigkeit
in Knoten

1

schwach

118 - 153 km/h

64 - 83 kn

2

mäßig

154 - 177 km/h

84 - 96 kn

3

stark

178 - 209 km/h

97 - 113 kn

4

sehr stark

210 - 249 km/h

114 - 134 kn

5

verwüstend

über 250 km/h

über 135 kn

  Die Windstärkentabelle von Beaufort endet bei 63 Knoten und 12 Windstärken.
  Hurican-3Viele Wirbelstürme bringen außer dem starken Sturm auch sintflutartigen Regen mit und können Sturmfluten von bis zu 6 Metern Höhe auslösen. Treffen sie jedoch auf Land, verlieren sie allmählich ihre Energie, denn:
1. fehlt ihnen der Nachschub von feuchtwarmer Luft über dem Meer und 2. bremst die Oberflächenreibung über dem Land die Windgeschwindigkeit allmählich ab. Trotzdem hat mancher karibische Wirbelsturm soviel Energie, dass sein Ausläufer in sehr abgeschwächter Form (als Sturmtief) sogar noch Westeuropa erreicht. Alle Versuche, Hurrikane zu vernichten, bevor sie mit ihrer zerstörerischen Kraft auf Land treffen, indem man z. B. künstlich die enthaltenen Regenmassen vorzeitig zum Abregnen bringt, waren bislang vergeblich. Es bleibt nach wie vor nur die Vorwarnung und Vorhersage der ungefähren Zugrichtung eines Wirbelsturms, die jedoch sehr schwierig einzuschätzen ist.
  Übersicht der von Wirbelstürmen betroffenen Gebiete:
Die Entstehung von tropischen Wirbelstürmen ist nur in bestimmten Regionen und Jahreszeiten auf der Welt möglich. In Äquatornähe ist (trotz ausreichender Wassertemperatur) die Entstehung von tropischen Wirbelstürmen nicht möglich, da dort die Coriolis-Kraft zu gering ist, um eine Wolkenspirale zu bilden.
 
  weltweit_zyklone04
 
 

Nr.

Gebiet

Saison

Hauptzeit

Häufigkeit pro Jahr

1

Karibik Mai - November September 5

2

Nordostpazifik Juni - Oktober September 5

3

Nordwestpazifik ganzjährig Juli - September 25

4

Südpazifik November - Juni Januar - März 5

5

Golf von Bengalen April - Dezember Mai, Oktober, November 5

6

Arabische See März - Dezember Mai - Juni, Oktober, November 4

7

Südlicher Indischer Ocean Oktober - Mai Dezember - März 6
  Diese Tabelle stützt sich auf Durchschnittswerte der letzten Jahrzehnte, Abweichungen von 50% in einem Jahr nach oben oder unten sind möglich.
  Tornados - die “kleinen Verwandten”
Tornado_Blitz
Im Unterschied zu tropischen Wirbelstürmen mit ihren riesigen Ausmaßen sind Tornados sehr kleine, lokale Erscheinungen mit wenigen Metern Durchmesser, die auch nur wenige Minuten andauern. Daraus jedoch auf relative Harmlosigkeit zu schließen, wäre ein fataler Irrtum: Tornados können extrem zerstörerisch sein! Sie haben Windgeschwindigkeiten von 180-800 km/h im Gepäck und können einen Streifen der Verwüstung hinterlassen, der zwar nur wenige 100 Meter breit aber bis zu 160 km lang ist.
Tornados entstehen in den mittleren Breiten (insbesondere der USA) durch das Aufeinandertreffen von kalter (Polar-) Luft und feuchtwarmer, subtropischer Luftmassen. Auch hier entstehen Gewitterwolken, die durch die Coriolis-Kraft in spiralförmige Bewegung versetzt werden. Innerhalb dieser Wolkenspirale entsteht ein zweiter Wirbel - der eigentlich zerstörerische Teil. Er rotiert wesentlich schneller und kräftiger als der äußere und reicht bis zum Boden. Tornados können manchmal von weiteren, kleineren Mini-Tornados begleitet werden - diese haben noch höhere Windgeschwindigkeiten und nur ein paar Meter Durchmesser.
Zu den Verwandten der Tornados gehören auch Windhosen (sie enthalten Staub und Sand) sowie Wasserhosen über dem Meer. Beides sind kleinere Luftverwirbelungen, die zwar Staub oder Wasser mit sich reißen, jedoch nicht die Kraft haben, größere Verwüstungen anzurichten. Tornado04
Trotzdem sei an dieser Stelle eindringlich vor der größten Gefahr gewarnt, die von Wasserhosen ausgeht: dem Ersticken. Die Luft innerhalb einer Wasserhose ist so mit Wasser gesättigt, dass derjenige, der hineingerät, keine Überlebenschance hat!
 
  Wirbelsturm-Warnung - was tun?

Die nachfolgenden Zeilen können selbstverständlich nur ein paar Tipps ohne Übernahme jeglicher Gewährleistung sein. Aber: Ein Wirbelsturm im Anzug bedeutet nicht automatisch das AUS für jeden Segler.

Instinktiv wird wohl jeder Skipper bei einer ausgegebenen Wirbelsturmwarnung versuchen, sich in einem sogenannten “Hurrican Hole” zu verschanzen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein solch vermeintlich sicherer Platz zur verheerenden Falle werden kann. Eine gerammelt volle Riesenbucht mit ein paar hundert Schiffen hat bei slippenden Ankern bestenfalls Platz für Panik. Um am Ankerplatz bleiben zu können, müssen daher folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
1. Es dürfen keine Sturmseen vom offenen Meer in die Bucht laufen können.
2. Die Bucht muss möglichst klein sein, damit sich in ihr kein Seegang aufbauen kann.

Ankern2Der beste Platz ist in kleinen Seitenarmen, in denen man heckwärts möglichst nah am Land festmacht. Dabei vertäut man so viele Leinen wie möglich an unterschiedlichen Stellen an Land und bringt in die Gegenrichtung sternförmig alle verfügbaren Anker aus. Zu bedenken ist dabei, dass beim Durchzug des Wirbelsturmes der Ankern3Wind um 180° dreht.

Sollte eine solche Stelle nicht zur Verfügung stehen oder bereits besetzt sein, sucht man sich eine Ausbuchtung, die für eine unfreiwillige Landung der Yacht am Ufer am ehesten geeignet scheint und die von anderen Yachten voraussichtlich verschont bleiben wird. Dort bringt man eine möglichst starke Leinenverbindung zum Land und in die Gegenrichtung sternförmig alle verfügbaren Anker aus.

Sollten diese Bedingungen nicht erfüllbar sein, ist es ratsamer, frühzeitig die Flucht über die offene See anzutreten und zu versuchen, aus der Zugrichtung des Wirbelsturms zu segeln. Dabei ist es unerlässlich, zu wissen, in welchem Quadranten des Wirbelsturmes man sich befindet. Auf der Nordhalbkugel der Erde drehen sich Wirbelstürme gegen den Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn. D. h.: Auf der Nordhalbkugel ist der gefährliche Halbkreis der nördliche Halbkreis eines Wirbelsturms, auf der Südhalbkugel der südliche. Er wird gefährlicher Halbkreis genannt wegen der Winde, die ein dort befindliches Schiff ins Zentrum hinein wehen und wegen der sich addierenden Windgeschwindigkeiten.

WirbelsturmschemaAm Beispiel erklärt:
Bei einer angenommenen Zuggeschwindigkeit
(= Vorwärtsbewegung) von 15 Knoten und einer Windgeschwindkeit von 85 Knoten im Wirbelsturm herrschen im gefährlichen Halbkreis 85 kn + 15 kn = 100 kn Wind, im schiffbaren Halbkreis jedoch “nur”
85 kn - 15 kn = 70 kn Wind.
Ein Aus-der-Zugrichtung-Segeln sollte daher immer in Richtung Äquator erfolgen. Dabei ist das Abwettern eines Wirbelsturmes bei achterlichen Winden im schiffbaren Halbkreis sicherlich kein Honigschlecken - verglichen mit dem Kampf gegen Gegenwinde und Kreuzseen (aus vorauslaufender Dünung des Wirbelsturms und gegenlaufender Sturmseen) im gefährlichen Halbkreis jedoch die einzig machbare Variante. Eine Flucht sollte daher auch so früh wie möglich angetreten werden. Da sich Wirbelstürme vergleichsweise langsam vorwärts bewegen, hat man normalerweise von der ausgegebenen Warnung bis zum Eintreffen des Wirbelsturms mehrere Tage Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Dabei müssen mindestens 100 sm Abstand zum Zentrum des Wirbelsturms geschaffen werden.